Renovation Day 2020

Online-Gespräch, Programm und Dokumentation 

Die Recovery- und Resilience Facility (the Facility) der EU ist mit einer Rekordsumme von 672,5 Mrd € dotiert, 37 % davon sind für klimarelevante Reformen vorgesehen. Wenn Österreich beträchtliche Mittel, die Rede ist von 3 Mrd €, aus dem Fonds holt, was könnten wir damit für die Adaptierung des Gebäudebestandes zur Klimaneutralität erreichen?

Geld gezielt ausgeben braucht einen Plan, ein solcher ist von Österreich jetzt gefordert. Die Reform- und Investitionsprioritäten sollen “im Rahmen eines inklusiven Prozesses/Dialogs (je nach nationalen Traditionen, mit Sozialpartner, Parlament, Stakeholders) festgelegt werden”.

Die 17&4 Organisationsberatung ist National Partner der Europäischen Initiative Renovate Europe und hat anlässlich des Renovation Day am 27.10.2020 zu einem online Austausch geladen. Mehr …

Einige Personen haben Beiträge für die “Renovation Wave” vorgestellt, beispielhaft:

  • The Facility – Prioritätensetzung, Chancen für Strukturumbau und Renovierung, Europäische Kommission – Vertretung in Österreich, Jozef Vasak, Präsentation
  • Die Mustersanierung des Klima- und Energiefonds, Heinz Buschmann, Präsentation
  • Der neue klimaaktiv Gebäudestandard: Ein passendes Instrument für eine große Renovierungswelle?, Inge Schrattenecker, ÖGUT, Präsentation
  • Beispiel zur Mustersanierung vom Architekten, Gerhard Kopeinig, Präsentation
  • Alles für die “größere Renovierung”: Energieberatungsprotokoll – Sanierungskonzept, Gerhard Moritz, ARGE EBA, Präsentation
  • Bauteilaktivierung in der Sanierung – Die Salzburger Multifunktionsfassade, Matthias Gnigler, Zentrum Alpines Bauen, Präsentation
  • „Ernte“ solarer urbaner Überschusswärme zur Gebäudeheizung im Winter, Heat Harvest Demo, Robert Philipp, Terra Umwelttechnik, Projekt
  • Qualifizierung von Fachkräften, Internationale Database, Ronald Setznagel, EU-Projekt Newcom, Präsentation
  • Wiener One-Stop-Shop HAUSKUNFT unterstützt die Sanierung der Privaten, EU-Projekt RenoBooster, Stephan Hartmann, MA 25, Walter Hüttler, e7, Präsentation

Live Mitschnitt

Erkenntnisse

  • Eine Renovation Wave braucht zusätzliche Schubkraft. Die EU-Mittel kämen da gerade recht.
  • Der nationale NEKP reicht aber laut EU noch nicht, um die Mittel zu erhalten. Es braucht eine politische Entscheidung zur Prioritätensetzung.
  • Es braucht einen Plan, der auch Strukturverbesserungen zeigt. Ein Konsultationsprozess wird erwartet. > Nachfragen von verschiedenen Seiten!
  • Die Zuständigkeiten und geplanten Abläufe sind – zumindest in diesem Kreis – noch nicht bekannt.
  • Es geht um die Adaptierung des gesamten Gebäudebestandes für die Klimaneutralität 2040. Lock-In-Effekte vermeiden!
  • Es gibt in Österreich sehr gute Ansätze, Beispiele wurden heute gezeigt, jetzt geht es um die Integration und das up-scaling.
  • Zur geforderten Strukturverbesserung kann vieles beitragen:
    • eine Beratungsoffensive mit Automatisationsunterstützung, Nutzung der Energieausweisdatenbank
    • attraktive und breite Umsetzung mit One-Stop-Shop Elementen (inkl. “grüner” Finanzierung) und sozialer Abfederung
    • die Ausweitung der Anwendung erprobter Standards wie klimaaktiv
    • Transparenz bei Qualifizierungen, Maßnahmen gegen Facharbeitermangel wie z.B. Heizungsumstellungen ganzjährig
    • Ausweitung erfolgreicher Modelle auf Gemeindeebene
  • Die nächsten Monate entscheiden, ob wir die Europäische Renovation Wave in Österreich vorteilhaft nutzen können.

Wenn Sie an weiteren Initiativen zur Schwerpunktsetzung in der Nutzung des Recovery- und Resilience Fonds der EU in Österreich interessiert sind, dann schreiben Sie uns oder rufen Sie an!

Johannes Fechner, Ronald Setznagel, Renovate Europe – Austria

Aktuelle Daten zur Sanierung in Österreich: 

Österreich strebt laut Regierungsprogramm bis 2040 Klimaneutralität an. Dafür wird zu wenig und zu wenig umfassend saniert.

  • 1,9 Millionen Wohneinheiten haben einen thermisch unzureichenden Standard, davon 1,4 Millionen Hauptwohnsitze.
    In Österreich gibt es noch 700.000 Öl- und 900.000 Gasheizungen.
  • Die Sanierungsrate in Österreich ist heute so niedrig wie seit 10 Jahren nicht mehr.
    Vor zehn Jahren dominierten umfassende Sanierungen, heute überwiegen die Einzelmaßnahmen ganz eindeutig. (Sanierungsrate in Österreich, IIBW, umweltbundesamt 2020)
  • Zwischenbilanz der „Sanierungsoffensive“ 12. Oktober: heuer bisher 10.817 Anträge gestellt, Förderungen in Höhe von rund 46 Millionen Euro für Klimaschutzmaßnahmen abgeholt. Dabei geht es vor allem um den Tausch alter klimaschädlicher Heizungen.

Renovation Wave, Beitrag von Wien Energie Positionen